Claude Lanzmann. Die Aufzeichnungen

Die Sache. Am 27. November 2025 wäre der Autor und Filmemacher Claude Lanzmann 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass dokumentiert eine Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin mit bisher unveröffentlichten Tonaufzeichnungen den Entstehungsprozess seines epochalen Films „Shoah“.

Es gibt Tage, an denen ich denke, ich bin nicht besessen genug«, antwortete Claude Lanzmann auf die Frage der Überlebenden Maria Bobrow, warum er den Film »Shoah« mache, ob er davon besessen sei. Er war besessen genug, um dieses epochemachende und radikale Kunstwerk zu schaffen. Wie intensiv es ihn beschäftigte und welch geduldige Vorbereitung es erforderte, lässt sich jetzt im Jüdischen Museum Berlin (JMB) nachvollziehen….
Weiterlesen in Konkret 1/2026.

Bis zum 12. April 2026.

Die Seiten gewechselt

Ein Wehrmachtssoldat aus Bremen im italienischen Widerstand – eine Spurensuche von Ulrike Petzold

Rudolf Jacobs´ Geschichte bezeichnet der italienische Historiker Carlo Gentile als „Mythos“. Wie es wirklich war, wird sich wohl nicht mehr aufklären lassen.

Buchbesprechung Junge Welt, 16. Oktober 2025.

Die Ausstellung »On the Roof of Himmler’s Guesthouse« in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz

»Ein wunderschönes, palastartiges Anwesen« – so beschreibt Fritz Traugott am 3. Juli 1945 in einem Brief an seine Frau Lucia den neuen Standort seiner Einheit in Berlin. Zuvor hatte das Vorauskommando der U. S. Army, dem der Sergeant angehörte, in Zelten im Grunewald kampiert. Dann requirierten sie die Villa – heute bekannt als Nazitäterort bürokratischen Schreckens. Ein bisher unbekanntes Foto zeigt das efeubewachsene Gebäude mit der US-Flagge auf dem Dach: »On the Roof of Himmler’s Guesthouse«.

Joe Dunthorne: Kinder des Radiums.

Auf den Spuren meiner jüdischen Familie. Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Berlin Verlag 2025. 256 Seiten, 24 Euro.


„Meine Großmutter wuchs damit auf, dass sie sich ihre Zähne mit radioaktiver Zahnpasta putzte.“ Der erste Satz von Joe Dunthornes Memoir Auf den Spuren meiner jüdischen Familie setzt den lakonischen Grundton des Buches und weckt neben Neugier vielfältige Assoziationen und Nachdenklichkeit – wie das ganze Buch.

Buch des Monats. Konkret 8/2025.

»Erinnerungspolitisch gibt es noch viel zu tun«

Eine längst überfällige Ausstellung in Berlin widmet sich verleugneten Opfern der Nazidiktatur. Ein Gespräch mit Barbara Stellbrink-Kesy

Barbara Stellbrink-Kesy ist Kunsttherapeutin und Autorin von »Unerhörte Geschichte: Frei – aber verpönt« (Verlag am Turm, 2020), einer Biographie über ihre Großtante, die Opfer der Medizinverbrechen der Nazis wurde. Stellbrink-Kesy ist Gründungsmitglied des »Verbands für das Erinnern an die verleugneten Opfer des Nationalsozialismus« (Vevon).