»Natürlich wollten wir ihn.« So beginnt der Roman, und er endet: »Die Hand des Môme lag noch an Rahels Wange. Im Schlaf blies er … einen Seufzer, als fühlte er seine Umfriedung … Mond, weiße Wolken und tiefes Blau und die Stimme des Meeres sprachen in seine Entrückung.« Zwischen diesen beiden Polen – der schlichten Erwartung eines Kindes und dessen poetischer, fast religiöser Überhöhung zu einem Zukunftssymbol von Überleben, Rettung und Menschlichkeit – entfaltet sich der 1943 in New York unter dem Titel Birds of
Passage erschienene Exilroman von Iwan Heilbut.
In Erinnerung an Reinhard Strecker (8. September 1930 – 2. August 2026)
Das verdrängte Verbrechen.
»Der Holocaust – Was wussten die Deutschen?« Eine Ausstellung in der Berliner Topographie des Terrors über die Mitwisserschaft am Massenmord.

Claude Lanzmann. Die Aufzeichnungen
| Die Sache. Am 27. November 2025 wäre der Autor und Filmemacher Claude Lanzmann 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass dokumentiert eine Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin mit bisher unveröffentlichten Tonaufzeichnungen den Entstehungsprozess seines epochalen Films „Shoah“. Es gibt Tage, an denen ich denke, ich bin nicht besessen genug«, antwortete Claude Lanzmann auf die Frage der Überlebenden Maria Bobrow, warum er den Film »Shoah« mache, ob er davon besessen sei. Er war besessen genug, um dieses epochemachende und radikale Kunstwerk zu schaffen. Wie intensiv es ihn beschäftigte und welch geduldige Vorbereitung es erforderte, lässt sich jetzt im Jüdischen Museum Berlin (JMB) nachvollziehen…. Weiterlesen in Konkret 1/2026. |
Bis zum 12. April 2026.



Mehr als nur Erinnerung
Martha und Harry Naujoks – Zwei Leben für die Befreiung. Ein Kompendium gegen den Faschismus.
Die Seiten gewechselt
Ein Wehrmachtssoldat aus Bremen im italienischen Widerstand – eine Spurensuche von Ulrike Petzold
Rudolf Jacobs´ Geschichte bezeichnet der italienische Historiker Carlo Gentile als „Mythos“. Wie es wirklich war, wird sich wohl nicht mehr aufklären lassen.
Buchbesprechung Junge Welt, 16. Oktober 2025.
Die Ausstellung »On the Roof of Himmler’s Guesthouse« in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz

»Ein wunderschönes, palastartiges Anwesen« – so beschreibt Fritz Traugott am 3. Juli 1945 in einem Brief an seine Frau Lucia den neuen Standort seiner Einheit in Berlin. Zuvor hatte das Vorauskommando der U. S. Army, dem der Sergeant angehörte, in Zelten im Grunewald kampiert. Dann requirierten sie die Villa – heute bekannt als Nazitäterort bürokratischen Schreckens. Ein bisher unbekanntes Foto zeigt das efeubewachsene Gebäude mit der US-Flagge auf dem Dach: »On the Roof of Himmler’s Guesthouse«.
Joe Dunthorne: Kinder des Radiums.
Auf den Spuren meiner jüdischen Familie. Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Berlin Verlag 2025. 256 Seiten, 24 Euro.
„Meine Großmutter wuchs damit auf, dass sie sich ihre Zähne mit radioaktiver Zahnpasta putzte.“ Der erste Satz von Joe Dunthornes Memoir Auf den Spuren meiner jüdischen Familie setzt den lakonischen Grundton des Buches und weckt neben Neugier vielfältige Assoziationen und Nachdenklichkeit – wie das ganze Buch.
Eine Art Niemandszeit
Wie Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Berlin das Kriegsende erlebten, zeigt die Ausstellung „Vergessene Befreiung” im Dokumentationszentrum NS-Zwangssarbeit in Berlin. Meine Besprechung in konkret 7/2025.



Der perfekte Nazi
Die Berliner Topographie des Terrors zeigt eine Ausstellung über die Laufbahn des gefürchteten Nazifunktionärs Reinhard Heydrich.
